Unser Nutzungskonzept ist keine statische Konstruktion, es ist im „werden“ und wird es immer bleiben. Dies ist der aktuelle Stand. Unsere Gruppe verbindet, dass wir alle in irgendeiner Weise Kunst- und Kulturschaffende sind. Wir sind Theater- und Filmemacher*innen, Journalist*innen, Tänzer*innen, Clowns, Architekt*innen, Bühnenbildner*innen, Psychoanalytiker*innen, bildende Künstler*innen…

Unser Kiez liegt im Spannungsfeld von Straßenstrich und Luxusshopping, von internationaler Galerienszene und Gentrifizierung. Uns alle treibt das Anliegen, unsere Fähigkeiten und Erfahrungen in und mit sozialen Gruppen einzusetzen, in aktiver Auseinandersetzung mit den vielen sozialpolitisch brennenden Fragen, die nicht nur in unserem unmittelbaren Umfeld auf der Hand liegen: Das kann „anastropheTV“ sein, ein Internetsender für zivilgesellschaftliche Themen. Oder ein künstlerisches Projekt das sensorische und sexpositive Erfahrungsräume auslotet, parallel zur Auseinandersetzung mit dem angrenzenden Straßenstrich und seinem Zwangskontext, der Bereitstellung eines Frauen- und Fluchtraums (analog einem Solizimmer) und der Kooperation mit bestehenden Beratungsangeboten vor Ort. Aber auch ein soziokulturelles Pilotprojekt zur Umwandlung menschlicher Scheiße in fruchtbaren Boden: In einem Haus voller Kompostklos findet im Keller die Fermentierung zu landwirtschaftlich immer dringender benötigtem Humus statt. Oder einfach konkrete Nachbarschaftshilfe, indem wir dem nahegelegenen Nachbarschaftszentrum unsere Räume für ihre Beratungen zur Verfügung stellen, während ihr Haus umgebaut wird. Vielleicht gelingt es auch zusammen mit Schulen und Kitas der Umgebung auf dem Dach der Werkstatt einen interkulturellen Lerngarten aufzubauen. In den aktuell leerstehenden Gewerberäumen im Erdgeschoss des Wohnhauses könnten kollektiv geführte Kleinbetriebe einen Platz finden und ein Kiez-Coop mit Nachbarschaftscafé entstehen.

Die Nutzung der Werkstatt und Tiefgarage ist aktuell noch ungeklärt. Unser Wunsch ist, hier einen öffentlich zugänglichen Multifunktionsraum zu schaffen, der als temporäres Filmstudio, als Dojo, Tanz- und Bewegungsraum, als Werkstatt und Atelier dienen kann sowie als Veranstaltungsort der sowohl Symposien als auch nachbarschaftliche Kino-Abende beherbergt. Selbst wenn nicht alle dieser Vorstellungen realisiert werden können, wird die Kumi*13 auf der Grundlage dieser und vieler weiterer Ideen ein Ort sein, an dem mit den Mitteln und dem Blick der Kunst soziale Praxis gelebt wird – ein Ort, an dem individuelle und soziale Handlungsspielräume neu gedacht und erweitert werden können.

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